

Yu wächst in einem streng katholischen Elternhaus auf. Nachdem seine Mutter stirbt, wird sein Vater Pfarrer. So muss Yu bald jeden Tag die Beichte ablegen. Doch da er kaum etwas zu beichten hat, schämt er sich dafür und produziert absichtlich Sünden. So beginnt er mit seinen Freunden das Photographieren unter die Röcke der Mädchen zu perfektionieren. Als er eines Tages eine Wette verliert, muss er den ganzen Tag mit Frauenkleidern herumlaufen, sich Sasori nennen und in der Verkleidung ein Mädchen küssen. Dabei trifft er auf Yoko. Er verliebt sich in sie und sie sich in seine Rolle, Sasori. Ein Zufall will es, dass sein Vater, der Pfarrer, und Yokos Mutter sich verlieben und zusammenziehen. So werden Yu und Yoko Geschwister. Yoko, die Männer verachtet und damit auch Yu, ahnt dabei nicht, dass ihre große Liebe Sasori tatsächlich ihr Bruder ist. Ein Chaos entsteht, in welchem sich Sektenanwerberin Koike von der „Zero Church“ in das Leben der Familie einschleicht, indem sie vorgibt, Sasori zu sein.
Anja Katharina Huemer
„Love Exposure“ ist ein kleines Wunderwerk, stilistisch, inhaltlich und visuell. Sion Sono hält sich an keine Konventionen, seien sie nun inhaltlicher oder ästhetischer Natur. Da zeigt er etwa in einer gut halbstündigen Sequenz wie sich der freundliche nette Junge Yu zum König der Foto-Voyeure in Tokyo entwickelt. Sion Sono scheut sich nicht, Yu ́s „Ausbildung“ zum Voyeur mit gut 30 Minuten Ravels „Bolero“ am Stück zu untermalen.
arte